Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung
 
Presse
31.05.16 23:28 Alter: 1 yrs

Bauverträge für Belt-Tunnel mit nur begrenztem Symbolwert

Kategorie: Presse

 

Pressemitteilung

Mit dem Abschluss der Bauverträge will Femern A/S bei der Durchführung des Vorhabens Belt-Tunnel lediglich Druck machen. Dabei dürfte heute schon bereits klar sein, dass ein Baubeginn nicht vor 2019 erfolgen wird. Und bis nur dann gelten die Verträge. Die Bauvergaben von Montag haben also nur Symbolcharakter für die Entschlossenheit der dänischen Regierung, das Tunnelprojekt weiter voranzutreiben. Fragwürdig ist bei den Vertragsabschlüssen, dass in ihnen die aus dem deutschen Genehmigungsverfahren resultierenden Bauauflagen noch nicht enthalten sind.  Folglich muss Femern A/S die Verträge auf jeden Fall mit den Baukonsortien neu aushandeln, wobei letztere aus einer vorteilhaften Position der Stärke verhandeln können – ein Idealfall für Baufirmen und Kostenfalle für den Bauherrn! Erhebliche Kostensteigerungen sind damit also bereits vorprogrammiert. Falls die Nachverhandlungen scheitern und Femern A/S die bestehenden Verträge kündigen muss, wird eine Pönale von 40 Millionen Euro an die Konsortien fällig. Das ist der Preis für voreilig und unbedacht abgeschlossene Bauverträge. Hinzu käme dann eine erneute, zeitaufwändige Neuausschreibung, die den Baubeginn weiter erheblich verzögern wird.

Da die nun unter Zeitdruck von Femern A/S unterschriebenen Auftragsvergaben auch noch zu Beschwerden unterlegener Bieter geführt haben, die mit Sicherheit vor Gericht landen dürften, werden sich die Kosten des Ausschreibungsverfahrens möglicherweise wegen gerichtlich verfügter Entschädigungszahlungen weiter erhöhen. „Wer kommt eigentlich für all diese Kosten eines völlig übereilten und verkorksten Ausschreibungsverfahrens auf“? fragt Hendrick Kerlen vom Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung.

Die Erleichterung des Chefs der Femern A/S, Herr Baunkjær, nun endlich die mühselige Aushandlung der Bauverträge vom Tisch zu haben, ist nachvollziehbar. „Seiner Ankündigung, dass Femern A/S nunmehr seine volle Aufmerksamkeit auf das deutsche Planfeststellungsverfahren richten werde, sehen wir jedoch mit erheblicher Skepsis“, merkt Kerlen an. Er werte diese Aussage als Eingeständnis der Femern A/S, es bisher an der notwendigen Sorgfalt bei der Bearbeitung seiner Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren und jetzige Planänderungsverfahren hat missen lassen. „Femern A/S täte gut daran, sich endlich auf die Erfordernisse des deutschen Genehmigungsverfahrens einzustellen, die wesentlich strenger als in Dänemark sind“, so Kerlen abschließend.