Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung
 
Presse
04.09.14 20:17 Alter: 3 yrs

Leserbrief als Antwort auf einen Artikel im "Hamburger Abendblatt"

Kategorie: Presse

Von: h. kerlen

zum Artikel "Dänemark buddelt bis Fehmarn – und Deutschland schläft"

Der Artikel vom 5. August erweckt den Eindruck, die Dänen wären bereits fleißig dabei, den Tunnel unter dem Fehmarnbelt zu bohren.  Diese Nachricht ist in zweierlei Hinsicht grob irreführend. Erstens, da es weder eine dänische noch deutsche Baugenehmigung gibt, laufen gegenwärtig auch keine Bauarbeiten an dem Tunnel. Zweitens soll der Tunnel nicht gebohrt werden, sondern als Absenktunnel gebaut werden. Aus Umweltgesichtspunkten wäre ein Bohrtunnel zwar eine wesentlich günstigere Lösung. Aber auf Anweisung der dänischen Regierung soll es eben ein Absenktunnel sein.

Ansonsten schläft Deutschland nicht. Sondern es prüft jetzt über ein Planfeststellungsverfahren, ob die dänischen Tunnelplanungen überhaupt genehmigungsfähig sind. Dieses deutsche  Verfahren wird voraussichtlich Jahre dauern, zumal die dänischen Antragsunterlagen für die Baugenehmigung von einer erschütternden Oberflächlichkeit zeugen. Das gilt sowohl für die technischen Entwürfe als auch für die Umweltuntersuchungen, die in vielen Bereichen gesetzliche Vorgaben vernachlässigen. Da sind die Dänentatsächlich schneller! Über die Durchführung von Großprojekten entscheidet der Folketing im Eilgang per Baugesetz. Dennoch, Dänemark kann ohne deutsche Baugenehmigung nicht mit dem Bau des Absenktunnels beginnen. Und deswegen werden die Bagger am Fehmarnbelt noch viele Jahre warten müssen, bis die Buddelei beginnen kann.  Und für  Verkehrsminister Dobrindt und Finanzminister Schäuble bleibt noch ausreichend Zeit zum Lösen der Finanzierungsfrage für die deutsche Zulaufstrecke einschließlich der Fehmarnsundquerung. Ein Baubeginn im nächsten Jahr, so wie es sich die dänische Regierung erträumt, ist jedenfalls völlig unrealistisch.

Hendrick Kerlen

Aktionsbündnis gegen eine

feste Fehmarnbeltquerung e.V.

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