Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung
 
Presse
09.01.15 17:50 Alter: 3 yrs

Neubewertung der Festen Beltquerung ein Fiasko

Kategorie: Presse

Von: h. kerlen

Wirtschaftliche Bankrotterklärung für Gesamtvorhaben

 

Pressemitteilung

Das dänische Verkehrsministerium hat Donnerstag dieser Woche eine Kurzfassung seiner gesamtwirtschaftlichen Bewertung der Festen Fehmarnbeltquerung veröffentlicht. Es ist voll des Lobes über  die wirtschaftlichen Vorteile des Gesamtvorhabens für Dänemark und Europa. Aufgrund der erzielten Analyseergebnisse erwirtschaftet das Vorhaben über 50 Jahre eine volkswirtschaftliche  Rendite von 5% pro Jahr sowie einen Netto-Nutzen von 3,48 Mrd. Euro. Berühmt ist die Rendite zwar nicht, läge aber immerhin einen Prozentpunkt über der Mindestrate der EU-Kommission von 4% für die Bewilligung der von der dänischen Regierung erhofften  Baukostenzuschüsse.

Bei näherem Hinsehen entpuppt sich die Projektevaluierung allerdings als ein Schwindel. Dieser beruht auf einem unzulässigen methodischen Bewertungstrick des Ministeriums. Mit ihm peppt letzteres die unzureichenden direkten volkswirtschaftlichen Nutzeffekte des Vorhabens durch die Einnahmen aus Nutzerzahlungen – hauptsächlich Mauteinnahmen beim Tunnel – gewaltig auf. Hier werden also Äpfel und Birnen zusammen gewogen. Nach der reinen Lehre gehören  die finanziellen Erlöse nicht in eine volkswirtschaftliche Nutzen-Kosten-Analyse, sondern dürfen nur in der Finanzanalyse berücksichtigt werden. Wenn methodisch richtig gerechnet worden wäre, läge der Netto-Nutzen des Vorhabens bei  einem Verlust von  -6,7 Mrd. Euro.

 „Man darf nun gespannt sein, wie die Fachleute  der EU-Kommission auf diese Trickserei reagieren und ob der Folketing  sich so plump täuschen lässt“,  so Hendrick Kerlen vom Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung, der die Studie sofort auf die Methodik hin überprüft hat.

Selbstredend enthält die Analyse auch nicht die übliche Prüfung des sogenannten Referenzfalls. Er stellt die Alternative zur festen Querung dar, bei der wie bisher das Fährsystem über den Fehmarnbelt und der Bahntransport über Fünen und Jütland beibehalten wird. Schon 2004 sprachen sich die damaligen Gutachter für eine Evaluierung dieser durchaus vielversprechenden Alternative aus. Der damalige dänische Verkehrsminister hatte wohl gute Gründe, einen solchen Untersuchungsauftrag nicht zu erteilen.

Die Feste Fehmarnbeltquerung ist also immer noch nicht in trockenen Tüchern.

 

Hendrick Kerlen

Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung e.V.

04372-1255