Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung
 
Presse
26.08.14 21:19 Alter: 3 yrs

Zwanzig Jahre Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung

Kategorie: Presse

Von: n. vagt

Nun auch anerkannte Umwelt- und Naturschutzvereinigung

 

Pressemitteilung

Fehmarn - Gemessen an der Dauer der Planungen müsste die Feste Fehmarnbeltquerung fast schon einen weißen Bart tragen. Ebenso lang wie die Planungen existieren, sind auch kritische Stimmen zu hören. Bereits vor vielen Jahren formierte sich Widerstand gegen das unsinnige Mammut-Bauprojekt. Anders als die Planungen, die teilweise noch immer auf veralteten Daten basieren, sind die kritischen Stimmen allerdings aktuell wie nie zuvor.

Zwei Jahrzehnte ist es her, dass das Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung gegründet wurde. Jürgen Boos und Harry Brandt, der damalige Sprecher der Fehmaraner NABU-Gruppe, waren zwei der Gründungsmitglieder der Bürgerinitiative. Anfänglich bestand die Gruppe der kritischen Begleiter nur aus etwas mehr als einer handvoll Mitglieder. Eine Handvoll jedoch, die sehr tatkräftig war. Ihre in Auftrag gegebene Studie zur Ökologie des Fehmarnbelts zeigte schon 1997, wie wichtig und notwendig das Engagement gegen das Wahnsinnsprojekt sein würde.

Nach Verabschiedung des Staatsvertrags 2009 und dank der vielfältigen Aktivitäten des Aktionsbündnisses wurde es schließlich dank des engagierten Einsatzes von Jürgen Boos über die Grenzen Ostholsteins bekannt. Mit Umwandlung der Bürgerinitiative in einen eingetragenen Verein übernahm Malte Siegert 2010 den Vereinsvorsitz. Unter seiner Führung wurde die Zusammenarbeit mit dem NABU Bundesverband intensiviert und der Bekanntheitsgrad des Vereins weiter ausgebaut.

Manch Untiefe musste auf dem Weg umschifft werden. Die Anerkennung als gemeinnütziger Verein wurde bereits bei Gründung des Vereins beantragt – sie musste jedoch hart erkämpft werden. Immer wieder wurde der Antrag vom zuständigen Finanzamt abschlägig beschieden mit dem Argument, der Verein würde sich nicht um Natur und Umwelt kümmern, sondern wirtschaftliche Interessen verfolgen. Eine Fehleinschätzung, wie sich spätestens mit dem positiven Bescheid von Anfang 2013 erwiesen hat. Ein großer Erfolg in der Vereinsgeschichte und ein wichtiger Trittstein für die weitere Arbeit, da sie die Voraussetzung für eine Beantragung der Anerkennung nach dem Umweltrechtsbehelfsgesetz darstellt.

Pünktlich zur jährlichen Mitgliederversammlung wurde das Aktionsbündnis Anfang Juli 2014  offiziell als Umwelt – und Naturschutzvereinigung anerkannt. Es ist nun, ebenso wie die großen Naturschutzverbände, bei Belangen des Umwelt- und Naturschutzes klageberechtigt. Diese Anerkennung bietet dem Verein nun deutlich mehr rechtlichen Handlungsspielraum, der nicht mehr von der unmittelbaren eigenen Betroffenheit abhängt, sondern im Interesse der Öffentlichkeit genutzt werden kann.

Das Aktionsbündnis  blickt auf  eine zwanzigjährige Erfolgsgeschichte zurück. Umso verwunderlicher, dass sich die Verantwortlichen sowohl auf der dänischen als auch auf der deutschen Seite noch immer gegenüber den vielfältigen und fundierten kritischen Sachargumenten des Vereins gegen die Feste Fehmarnbeltquerung taub stellen. Gute Gründe gegen die Querung durch die sensible Meerenge des Fehmarnbelts gibt es nämlich viele. Das Aktionsbündnis stellt sich der Herausforderung, unsere natürlichen Ressourcen und den wertvollen Lebensraum für die Menschen in Ostholstein und anderswo zu bewahren. Dies schließt den Fehmarnbelt und die Ostsee ebenso ein.

 

Auskünfte erteilt

Hendrick Kerlen, Tel 04372-1255