Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung
 
Presse
07.02.14 15:30 Alter: 4 yrs

Fehmarnbelttunnel: Noch lange nicht alles verloren!

Kategorie: Presse

Von: n.vagt

Genehmigung noch keinesfalls sicher

Fehmarn –  In den letzten Wochen war immer wieder zu hören und zu lesen, dass der Bau der geplanten Festen Fehmarnbeltquerung unausweichlich ist. Die deutschen Behörden und auch die Politik verschließen fast schon traditionell die Augen vor den Argumenten gegen dieses Wahnsinnsprojekt und reden den Vorhabenträgern verlässlich nach dem Mund.

 Noch immer missverstehen sie ihre Rolle bei der Begleitung des Verfahrens und versuchen, der deutschen Öffentlichkeit weiszumachen, dass der Tunnelbau nicht mehr zu verhindern ist. Wer denkt, dass das so ist, der irrt. Die Verantwortlichen auf deutscher Seite ignorieren Fakten, die sich geradezu aufdrängen. Weiterhin wird der Tunnel auf der Basis veralteter Verkehrsprognosen schöngerechnet. Schlicht verschwiegen wird die Tatsache, dass Scandlines den Fährverkehr über den Belt auch nach dem Tunnelbau aufrechterhalten wird. Deren Investition in die Zukunft mit neuer zukunftsweisender Technologie wird unter den Tisch gekehrt, weil sie nicht zu den Plänen der Tunnelbefürworter passt.

Dass der Fährbetrieb eine ernstzunehmende Konkurrenz darstellt, scheint nun auch die dänischen Tunnelplaner in Sorge zu versetzen. Und so versuchen sie, die Verkehrsverbindung zum Hafen in Puttgarden abzuschneiden und damit den ernstzunehmenden Konkurrenten Scandlines unlautere Weise auszuschalten. Wo bleibt da die vielgepriesene Offenheit und Fairness der Dänen?  Das fragen sich die Experten vom Aktionsbündnis gegen eine Feste Fehmarnbeltquerung. „Femern A/S bedient sich bei diesem Schachzug unfairer Mittel.  Der dänische Vorhabenträger kämpft mit harten Bandagen und unterlässt es mit System, die dänische wie auch die deutsche Öffentlichkeit mit wahrheitsgemäßen Aussagen zu versorgen.“

 Kein Wort davon, dass die Verantwortlichen nicht nur im großen Maßstab EU-Gelder verschleudern, die an anderer Stelle bitter nötig wären. Dass Bund und Land immer wieder behaupten, es gebe keine Möglichkeit mehr, den Tunnelbau zu stoppen und man müsse nun mit den Tatsachen leben, entspricht nicht der Wahrheit. Der endgültige Nachweis für die Wirtschaftlichkeit der Querung steht weiter aus. Und den Tunnel immer noch als Geschenk der Dänen zu verkaufen, geht an den Tatsachen vorbei. Die viel zu gering angesetzten Kosten sind nur ein Aspekt. Die vielgepriesenen Effekte auf den Arbeitsmarkt dürften sich, wenn überhaupt, nur auf die Phase der Bauarbeiten auswirken. Sollte der Tunnel gebaut werden, wird ganz Ostholstein darunter leiden und die negativen Folgen alleine tragen müssen. Langfristig kann als gesichert gelten, dass die Tourismusregion an Attraktivität verliert und damit Arbeitsplätze verloren gehen. Es darf nicht sein, dass eine ganze Region ausgeblutet wird und Politiker dabei tatenlos zusehen.

 

Es ist nicht nachvollziehbar, dass die deutschen Behörden die Augen davor verschließen, dass die Baugenehmigung für den Tunnel noch einer eingehenden und voraussichtlich zeitaufwendigen Prüfung bedarf. Hierbei sind nicht nur die deutschen Entscheidungsträger in der Pflicht, sondern auch die EU-Kommission. Das Projekt ist also noch lange keine beschlossene Sache!

 

Ansprechpartner:

Nikola Vagt, Tel. 0173-2689314

Hendrick Kerlen, Tel. 04372-1255