„AKTIONSBÜNDNIS GEGEN EINE FESTE FEHMARNBELTQUERUNG“ E.V. FEIERT 25-JÄHRIGES JUBILÄUM

„Aktionsbündnis gegen eine Feste Fehmarnbeltquerung“ e.V. feiert 25-jähriges Jubiläum

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens fand am 24. Mai 2019 eine Veranstaltung unter dem Motto „25 Jahre Aktionsbündnis: Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft“ auf dem Scandlines Fährschiff „Deutschland“ statt.

Gründungsmitglieder, ehemalige Vorsitzende sowie der aktuelle Vorstand des Aktionsbündnisses wohnten der Veranstaltung bei und erzählten die interessante Geschichte, wie aus einer Bürgerinitiative bestehend aus nur einigen wenigen Personen ein  klageberechtigter Umweltverein entstand.

„Im Moment haben wir alle Hände voll mit unserer Klagebegründung gegen den Planfeststellungsbeschluss zur Festen Fehmarnbeltquerung zu tun. Unserer Ansicht nach liegen schwerwiegende Mängel im Planfeststellungsbeschluss für den deutschen Teil des Fehmarnbelt-Tunnels vor und wir freuen uns, dass neutrale Kräfte des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig sich des Problems annehmen werden“, so Vorsitzender des Aktionsbündnisses, Diplom-Bauingenieur Kerlen.

Seinen jetzigen Namen „Aktionsbündnis gegen eine Feste Fehmarnbeltquerung“ trägt der Verein seit seiner Gründung im Juli 2010. Übernommen hat er ihn von der bereits im Februar 1994 von 20 Personen gebildeten Bürgerinitiative. Im September 2010 erfolgte die Aufnahme in das Vereinsregister beim Amtsgericht Lübeck; 2014 folgte die Registrierung als Umwelt- und Naturschutzvereinigung.

Seit Bildung des Aktionsbündnisses haben sich seine Mitglieder aktiv gegen den Bau einer festen Querung über den Fehmarnbelt eingesetzt. Mit Erfolg. Denn ursprünglich sollte die Fehmarnbeltquerung 2018 eröffnet werden. Wurde vor zehn Jahren noch über das weitere Bestehen des Aktionsbündnisses spekuliert, sieht es heute ganz anders aus. Derzeit stützt sich das Aktionsbündnis auf ein breites Spektrum an etwa 430 Mitgliedern, die nicht nur aus Deutschland stammen. Zudem arbeitet es eng mit dem NABU, dem  BUND, LNV und anderen Vereinigungen wie der Allianz gegen die feste Fehmarnbeltquerung zusammen, die alle ein gemeinsames Ziel verfolgen: einen Absenktunnel als Querung des Fehmarnbelts aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen zu verhindern – oder zumindest einen wesentlich umweltschonenderen Bohrtunnel durchzusetzen.

Denn obwohl ein Planfeststellungsbeschluss für den deutschen Teil des Fehmarnbelt-Tunnels vorliegt, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Das Verfahren zum Bau der A 20-Autobahn vor dem Bundesverwaltungsgericht läuft inzwischen seit sechs Jahren. Hierbei handelt es sich um ein gewöhnliches Straßenbauprojekt und nicht um ein aus Umweltsicht kompliziertes, länderübergreifendes Infrastrukturprojekt wie einem Absenktunnel von zudem höchst fragwürdiger Wirtschaftlichkeit. „Deswegen ist die Erwartung des dänischen Vorhabenträgers kaum realistisch, dass unsere Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss vor 2025 abschließend entschieden wird“, so Kerlen und fügt hinzu: „es sei denn das Gericht hebt den Planfeststellungsbeschluss sowieso mangels Planrechtfertigung auf.“

Nun kann das Bündnis sein 25-jähriges Jubiläum feiern. Ein Jubiläum, das Mut macht. Denn über 25 Jahre hat der Verein kritisch und mit viel Sachverstand die Entwicklung des Bauvorhabens einer festen Querung über den Fehmarnbelt begleitet. Es wird immer deutlicher, dass der vorliegende Genehmigungsbescheid auf ein Prestigeprojekt der dänischen Politik und nicht auf den Verkehrsbedarf ausgerichtet ist. Es handelt sich um ein höchst riskantes Projekt, für das im Moment kein von der Europäischen Kommission genehmigtes Finanzierungsmodell vorliegt. „Wir fragen uns, wie lange der dänische Staat den dänischen Steuerzahlern Sand in die Augen streuen kann? Irgendwann muss das Fass ja voll sein!“, so Kerlen.

Und eines steht fest: das Aktionsbündnis gibt es immer noch – genauso wie die Scandlines‘ Fähren, die weiterhin den Fehmarnbelt queren!

Hendrick Kerlen

Aktionsbündnis gegen eine

feste Fehmarnbeltquerung e.V.

Tel. 04372-1255

www. beltquerung.info

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